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Das schrieb die (med.) Presse:
Nach acht Jahren wieder Geschlechtsverkehr. // Die Giftspritze befreit von Vaginismus
Nitroglycerin-Salbe meistert Vaginismus
SexualitÀt bei gynÀkologischen Erkrankungen // Dem Einzelschicksal Raum geben
Persönlichkeit und SexualitÀt
Aggression beim Sex // Lust und Leid liegen eng beieinander
ABC weiblicher SexualitÀt
Ich liebe. Ich möchte. Ich kann nicht.
Ărztliche Praxis, Jahrgang: 1997, Ausgabe: 11, Seite: 1 Nach acht Jahren wieder Geschlechtsverkehr. // Die Giftspritze befreit von Vaginismus
NEW YORK - Mehr als ein
Jahrzehnt lang Vaginismus, seit Jahren kein Geschlechtsverkehr, schlieĂlich Ehe kaputt: Abhilfe brachte schlieĂlich die Injektion von Botulinustoxin.
Eine 29jÀhrige hatte seit ihrem 17. Lebensjahr
intermittierend an vaginalen Beschwerden mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr gelitten. Am Mount Sinai Medical Center, New York, injizierte man zehn Einheiten Botulinustoxin an zwei Stellen in die vordere
Vaginalwand. Die Spasmen waren nach 60 Stunden weg. Sieben Wochen nach der ersten Toxin-Therapie starteten die New Yorker Ărzte einen zweiten Versuch (40 Einheiten). Nach einer Woche waren die Beschwerden wieder
verschwunden. Nach zwei Wochen hatte die Patientin Geschlechtsverkehr - zum ersten Mal seit acht Jahren. Mehr als zwei Jahre lang ist sie jetzt von ihren Schmerzen erlöst.la
Lancet 349 (1997) 252-253.
(Anm.: dieser Artikel ist bereits 1997 ! erschienen)
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Ărztliche Praxis 2001, Jahrgang: 2001, Ausgabe: 61 Seite: 4 Nitroglycerin-Salbe meistert Vaginismus
BEER-SHEVA (rö) - Verzweifelt sucht ein junges Beduinen-Paar
Hilfe bei GynĂ€kologen der Ben-Gurion-UniversitĂ€t: Vaginismus verwehrt ihnen den Geschlechtsverkehr! Aber Sexual-Beratung kommt aus religiösen GrĂŒnden nicht in Frage. Aus Ratlosigkeit verschreibt man
Nitroglycerin-Salbe - und ist ĂŒber deren Erfolg verblĂŒfft. 0,2%ige Glyceroltrinitrat-Zubereitung schafft das Problem umgehend aus der Welt. Jetzt beginnt das groĂe RĂ€tselraten: Lubrifikation? Muskel-Relaxation?
Bessere Erektion? Plazebo-Effekt?
Nur mit Hilfe von Plazebo-kontrollierten Studien lasse sich diese Frage klÀren, meinen die isrealischen Kollegen.
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gynĂ€kologie + geburtshilfe hautnah 1/1999 SexualitĂ€t bei gynĂ€kologischen Erkrankungen Dem Einzelschicksal Raum geben (Ortrun JĂŒrgensen)
... Vaginismus ist nach
unserem heutigen Wissen zwar eine psychosomatische Erkrankung, aber keineswegs immer mit Psychotherapie heilbar, natĂŒrlich nie mit den immer wieder versuchten Hymenalinzisionen. Aus meiner eigenen Erfahrung ist das
Symptom in ca. 50% nicht heilbar, vor allem nicht, wenn die Frauen spÀt zur Behandlung kommen oder unzÀhlige Behandlungsversuche hinter sich haben. ...
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Der Hausarzt ·1/00 Medizin in der Praxis - Serie Sexualmedizin, Folge 4 Persönlichkeit und SexualitÀt // Eine innige Beziehung
Dyspareunie Brennen,
Stechen, Jucken im Genitalbereich macht den Geschlechtsverkehr schmerzhaft. Die Beschwerden werden hÀufig mit körperlichen Ursachen erklÀrt. Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren verÀndert sich die
Vaginalschleimhaut hormonell bedingt. Rasche und einfache Hilfe bieten Vaginalgels,die auch östrogenhaltig sein dĂŒrfen.Weiterhin spielen Infektionen oder operative Eingriffe im Becken- und Genitalbereich mit
Narbenbildung eine zentrale Rolle. Möglicherweise entstehen die Schmerzen auch durch anatomische und organische Besonderheiten, weil etwa der Weg zum Muttermund klein oder das Glied sehr groà ist und die Eichel
daher an den Muttermund stöĂt.âVon hintenâ vermeidet man das Problem; diesen Ratschlag nehmen Patientinnen dankbar an. Beim Mann sollte man auch an eine Phimose denken. Bei jĂŒngeren Frauen tritt die
Dyspareunie jedoch fast immer dann auf, wenn sie ihren Partner ablehnen. Mit einem neuen Partner verschwinden die Beschwerden. Vaginismus Bei dem Versuch, etwas in die Scheide einzufĂŒhren, verkrampft sich
unwillkĂŒrlich der Scheidenmuskel oder die gesamte Beckenbodenmuskulatur. Geschlechtsverkehr ist somit unmöglich, hĂ€ufig sogar das EinfĂŒhren eines Tampons.Der Scheidenkrampf wird allgemein als eine Angstreaktion
der Frau gesehen.Die Ursachen können Gewalt und körperliche Ăbergriffe ein.Vor mechanischen Therapien wird gewarnt, generell jeder Geschlechtsverkehr, verinnerlicht eine solche verkrampfte Einstellung.Hier hilft
die therapeutische Aufforderung, einmal zu artikulieren, was genau Schmerzen bereitet.
Quellen Interview mit Dr.GĂŒnter Gerhardt,Wendelsheim, 28.9.1999. P.L.Janssen:Zur Differenzierung und SpezifitĂ€t
der Psychodynamik funktioneller Sexualstörungen bei MĂ€nnern. Zeitschrift fĂŒr Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse,1986 Volkmar Sigusch: Sexuelle Störungen und ihre Behandlung. Thieme-Verlag 1996
C. Lange und G. Zamel:âSymptomatik und Genese sexueller Funktionsstörungenâ, Therapeutische Umschau Bd.51, 1994.
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Der Hausarzt · 9/00 Medizin in der Praxis - Serie Sexualmedizin, Folge 8 Aggression beim Sex // Lust und Leid liegen eng beieinander
... Auch der Scheidenkrampf
(Vaginismus) gehört in die Rubrik indirekte Aggression. Er kann manchmal so stark sein, dass selbst der GynÀkologe nicht mit seinem Finger zur Untersuchung eindringen kann. Auch auf therapeutischer Ebene ist eine
Frau mit einem Vaginismus nicht sehr zugĂ€nglich. Oft gehen gewaltsame und traumatische Erfahrungen voraus. Eine solche Frau musste oft massive GrenzĂŒberschreitungen an sich erfahren, wie folgendes Fallbeispiel
zeigt: Ein Paar â beide Anfang 30 â kommt wegen unerfĂŒllten Kinderwunsches zur Beratung. Auf den ersten Eindruck scheint das Paar eine harmonische Beziehung zu haben, und auch in weiteren GesprĂ€chen ist kein
massiver Konflikt erkennbar. Es gibt nur ein Problem: Die Patientin ist noch Jungfrau, weil sich die Vagina bei jeder BerĂŒhrung total verkrampft. Im Verlauf einer langwierigen psychoanalytischen Behandlung wird ihr
allmĂ€hlich bewusst, dass sie als kleines Kind Opfer eines sexuellen Ăbergriffes durch den Vater war.Der Sex hĂ€tte das erfolgreich VerdrĂ€ngte wieder lebendig gemacht. Mittels des Vaginismus konnte sie sich die
Erinnerung sozusagen vom Leibe halten. Auch hier ist das Symptom ein sekundÀrer Krankheitsgewinn, der verhindert, dass der Konflikt ins Bewusstsein dringt. Es geht dabei nicht um die bewusste Aggression. Wenn sich
Partner gegenseitig anschreien, schnippisch-bösartig aufeinander reagieren oder handgreiflichwerden, resultieren bestimmt andere
Verletzungen, aber kein Symptom. Dies entsteht erst dann, wenn man die Aggression nicht situationsgerecht entladen kann.
Oft kommen diese Patienten mit ihrer körperlichen Symptomatik in die Praxis und
erhoffen sich Hilfe von ihrem Hausarzt oder GynÀkologen. Wenn sie aber einen der oben beschriebenen Konflikte in sich tragen, dann sind sie immer enttÀuscht, wenn der Arzt kein körperliches Substrat ausfindig
macht. Sie wĂŒrden sich alle lieber komplizierten Operationen unterwerfen, als den Gedanken an eine psychische Ursache weiterzuverfolgen, so sehr belastend ist der zu Grunde liegende Konflikt. FĂŒr den behandelnden
Hausarzt ist es wichtig, ein VertrauensverhÀltnis zu den Patienten mit sexuellen Funktionsstörungen aufzubauen. Nur dann wird der Patient unter UmstÀnden den Vorschlag einer Psychoanalyse oder einer Paartherapie nach Masters & Johnson erwÀgen. Beatrice Wagner M.A.
Quellen: Interview mit Dipl.-Psychologe Horst Kipphan, Mainz,im April 2000
Walter Benjamin: Das Passagen-Werk, Frankfurt 1983 Norbert Elias: Ăber den Prozess der Zivilisation,1936
ERLERNTES VERSAGEN Nicht jeder Vaginismus und nicht jede Erektionsstörung mĂŒssen natĂŒrlich
tiefenpsychologisch erklĂ€rt werden.Oft sind beide Symptome auch einfach lerntheoretisch zu begrĂŒnden.Beispiel: Eine Frau hat bei ihrem ersten Mal schlechte Erfahrungen gemacht und den Sex als schmerzhaft
empfunden. Sie entwickelt eine vorweggenommene Angst, dass so etwas noch einmal passieren könnte,wodurch sich die Scheidenmuskeln erst recht zusammenziehen.Es entsteht eine Kette ohne Ende, wie auch beim Mann, der
durch mehrmalige, zufÀllige Erektionsstörungen in einen Kreislauf der Versagensangst geraten kann.
(Anm.: Masters-Johnson Behandlung Behandlung funktioneller Sexualstörungen bei Paaren mit fester Sexualpartnerschaft, wobei es sich beim Mann um die Behebung einer Ejaculatio praecox
oder einer Impotenz handelt, bei der Frau um Anorgasmie, Vaginismus, Dyspareunie. - Erfolgt stationÀr (ca. 2 Wochen), und zwar zugleich bei beiden Partnern durch einen - jeweils gleichgeschlechtlichen - Therapeuten
u. Cotherapeuten, und sie umfaĂt auĂer den psychologischen Therapieschritten auch Sexualhandlungen, die - intim - nach exakten therapeutischen Anweisungen schrittweise gesteigert werden bis zur Erzielung eines
befriedigenden Sexualaktes (letzteres entfÀllt, wenn im psycholog. Behandlungsteil anstelle des echten nur ein Ersatzpartner an der Behandlung teilnimmt). )
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gynÀkologie + geburtshilfe 6·1999 ABC weiblicher SexualitÀt
Beschwerden weiblicher SexualitÀt können diffizil sein, haben jedoch bei entsprechendem VerstÀndnis
fĂŒr die jeweilige Situation durchaus eine therapeutische Chance. Dyspareunie:
Als Dyspareunie werden sich wiederholende genitale Schmerzen bei sexueller AktivitĂ€t bezeichnet, die neben dem Vaginismus eine hĂ€ufige und stark frustrierende sexuelle Dysfunktion der Frau darstellen. Bevor eine psychische Ursache angenommen werden kann, sollte immer erst nach einer organischen geforscht werden, da physische VerĂ€nderungen nicht immer sichtbar sind und manchmal erst eine histologische Untersuchung der Vulva nötig ist. Am hĂ€ufigsten werden die Schmerzen durch EntzĂŒndungen des Urogenitaltraktes hervorgerufen. Daneben können aber auch Irritationen durch Spermien oder Latex, chirurgische Eingriffe an Becken oder Abdomen mit nachfolgenden Verwachsungen, Tumore der Genitale oder des Beckens und Zysten der Ovarien schuld sein. Durch all diese GrĂŒnde kann ein Schmerzkreislauf einsetzen, in dem die Angst vor Schmerzen zu Erregungs- und Orgasmusstörungen bis hin zum absoluten Vermeiden sexueller AktivitĂ€ten und Beziehungsproblemen fĂŒhren kann. Bei der Behandlung wird neben der UrsachenbekĂ€mpfung auch auf Verhaltensschulung Wert gelegt. Kann die Betroffene die vaginale Penetration gut kontrollieren, ist ein erfĂŒllendes Sexualleben selbst bei sehr schmerzhaften physischen VerĂ€nderungen möglich.
Vaginismus: Der Vaginismus ist ein unwillkĂŒrlicher Spasmus der Muskulatur um das untere Drittel der Vagina. Er ist ein groĂes Problem fĂŒr viele Frauen, die neben extremen physischen Schmerzen auch
starke psychische Schmerzen durch die Penetration erwarten. Je nach Schwere der Symptome kann daraus eine allgemeine sexuelle Hemmung mit Vermeidung von sexuellen und in besonders schweren FĂ€llen auch von allen
liebevollen BerĂŒhrungen resultieren. Die Spasmen treten immer dann auf, wenn eine vaginale Penetration erwartet wird. Eine ausgefĂŒllte Beziehung ist dadurch ebensowenig möglich, wie eine gynĂ€kologische
Untersuchung, die zytologische Untersuchung des Zervixabstriches und die Benutzung von Tampons. Auslösende Faktoren können neben Schmerz auch eine Phobie vor Penetration nach physischem und sexuellem
MiĂbrauch, nach schmerzhaften medizinischen Eingriffen in der Kindheit, bei Beziehungsproblemen oder bei Angst vor einer Schwangerschaft sein. Bei der Behandlung werden vor allem EntspannungsĂŒbungen fĂŒr die
Muskulatur und eine systemische Desensibilisierung der Vagina durchgefĂŒhrt. Letzteres beruht auf dem behutsamen EinfĂŒhren von Trainern zunehmender GröĂe. Beenden die Betroffenen dieses Programm und kann
zusÀtzlich dazu noch das phobische Element richtig zugeordnet werden, liegt die Erfolgsrate bei nahezu 100% Anorgasmie:
Die Rolle des Orgasmus der Frau wird sehr unterschiedlich bewertet. FĂŒr einige ist er extrem wichtig und sollte bei keiner sexullen Begegnung fehlen, FĂŒr andere ist er weniger wichtig und hat nur eine geringe Relevanz. Als Anorgasmie wird eine unwillkĂŒrliche Hemmung des Orgasmusreflexes bezeichnet, selbst bei starker sexueller Erregung und ausreichender Stimulation der Frau. Diese Frauen haben hĂ€ufig bewuĂt oder unbewuĂt, eine groĂe Angst vor einem Kontrollverlust ĂŒber die GefĂŒhle und das Verhalten. Typisch dabei ist, daĂ bei der Masturbation der Orgasmus erreicht werden kann, aber nicht zusammen mit einem Partner. Bei der Behandlung einer Anorgasmie konzentriert man sich sowohl auf die Betroffene als auch auf ihren Partner. Die Konflikte, die diesem âZurĂŒckhaltenâ zugrunde liegen, mĂŒssen erkannt und beseitigt werden, so daĂ am Ende das Paar besser auf die gegenseitigen BedĂŒrfnisse eingehen kann.
K. Ahrendt, Leipzig Butcher J: ABC of sexual health â Female sexual problems II: sexual pain and sexual fears. Brit Med J 318 (1999) 110â2 ABC weiblicher SexualitĂ€t.
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08.07.03 - Gesundheitszeitung
Vaginismus â ein nicht seltenes Frauenproblem Ich liebe. Ich möchte. Ich kann nicht.
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